SONIMA GmbH, der Hidden Champion in der Automobilindustrie

Klaus Wilcke, Vice President Sales, im Interview mit dem deutschen WIRTSCHAFTSFORUM.

Die Automobilindustrie zählt zu den umsatzstärksten Branchen und die Fahrzeughersteller genießen international ein sehr hohes Ansehen. Einen nicht geringen Anteil an diesem großen Erfolg haben auch die Zulieferbetriebe, die als sogenannte Hidden Champions mit ihren Produkten und Leistungen das Rückgrat der Automobilindustrie darstellen. Vor allem die deutschen Zulieferer sind heute aufgrund ihrer hohen Qualität, Innovationskraft und Zuverlässigkeit weltweit gefragt. Einen wichtigen Beitrag in der Branche leistet auch die SONIMA GmbH mit Hauptsitz in Göllheim, die den Zulieferbetrieben ein breites Portfolio an modularen Serviceleistungen bietet und damit als verlängerter Arm der TIER-1-Lieferanten agiert.

SONIMA wurde im Jahr 2005 gegründet und hat sich innerhalb eines Jahrzehnts als bevorzugter Partner in der Automobilindustrie weltweit etabliert. „Wir haben unsere Dienstleistungen komplett aus dem Kundenbedarf heraus entwickelt“, sagt Klaus Wilcke, Vice President Sales. „Wir sind extrem flexibel und passen uns den Anforderungen der Automobilindustrie an. Heute können wir ein unheimlich breites Portfolio abdecken, und sollten wir etwas nicht anbieten können, dann investieren wir.“

Einzelne Servicemodule

Heute umfasst das Leistungsspektrum des Unternehmens die Produktion und Montage, Lagerhaltung und Logistik, Kommissionierung und Umverpackung, industrielle Reinigung, Teilebeschaffung sowie den Bereich Qualitätsservice. Die einzelnen Servicemodule können miteinander kombiniert und auf die jeweiligen Bedürfnisse der Kunden abgestimmt werden, sodass die Automobilzulieferer und -hersteller nur die Leistung bekommen, die sie auch wirklich brauchen. „Wir haben eine klassische TIER-2-Rolle und agieren als verlängerter Arm der TIER-1-Zulieferer“, bemerkt Klaus Wilcke. „Zu unseren Produkten gehören Motoren, Metallkomponenten, Turboladergehäuse und Abgaskrümmermodule, die wir für die Automobilhersteller nutzbar machen.“

Marktlücke entdeckt

Die SONIMA GmbH wurde 2005 vom geschäftsführenden Gesellschafter Niels Treiber im rheinland-pfälzischen Kirchheimbolanden gegründet. „Er war selbst im Automotive-Umfeld tätig und hat eine Marktlücke entdeckt“, erläutert Klaus Wilcke die Hintergründe. „Viele internationale Betriebe liefern die Komponenten an die Fahrzeughersteller. Diese müssen aber noch weiterverarbeitet werden, bevor sie auch tatsächlich in die Produktion gehen können. Er hat erkannt, dass es Sinn machen würde, die Montage, Umverpackung und industrielle Reinigung als wertschöpfende Tätigkeiten zusammen mit der Logistik anzubieten, sodass die Automobilhersteller die Ware direkt beziehen können.“
Im Laufe der Jahre wurde das Leistungsportfolio kontinuierlich weiter ausgebaut, stets orientiert an den Anforderungen der Kunden. Im Jahr 2006 starteten die Aktivitäten mit den Bereichen Lagerhaltung, Umpacken, Sortieren und Nacharbeiten, und die Teilereinigung wurde implementiert. 2007 begann das Unternehmen mit der Beschaffung der Komponenten in Übersee, mit allen damit verbundenen Services. Gleichzeitig wurde das Exportgeschäft aufgenommen. „2008 haben wir mit den Montagetätigkeiten inklusive dem WIG-Schweißen begonnen“, ergänzt der Vice President Sales. „Im Laufe der Jahre kamen dann noch die CNC-Bearbeitung, 3D-Messtechnik und das Laserschweißen hinzu.“

Internationalisierung

Mit den individuell maßgeschneiderten und umfangreichen Services für die Automobilindustrie hat sich die SONIMA GmbH auch international schnell einen Namen gemacht, und bereits im Jahr 2008 begann mit einer eigenen Niederlassung in Schweden die Internationalisierung des Unternehmens. Ein Jahr später folgte der Standort in Ungarn sowie 2010 das Tochterunternehmen in Polen. 2014 wurde die SONIMA Corp. in Maryland in den USA gegründet, es wurden Vertriebsbüros in China und Indien etabliert und der neue 35.000 m2 große neue Hauptsitz in Göllheim bezogen. Heute beschäftigt die SONIMA-Gruppe 250 Mitarbeiter weltweit und realisiert einen Umsatz von 67 Millionen EUR.

Weitere Expansion geplant

In der Zukunft steht bei dem Dienstleister für die Automobilindustrie weitere Expansion auf der Tagesordnung. „Wir wollen sowohl organisch als auch durch Akquisitionen oder Joint Ventures wachsen“, so der Vice President Sales. „Unser Ziel ist es, bis 2017 die Marke von 100 Millionen EUR zu knacken. Wir sind sehr offen für Partnerschaften und Kooperationen und wollen langfristig mit eigenen Produkten auch zu den TIER-1-Zulieferern gehören, zum Beispiel mit Metallkomponenten für Motoren oder Antriebsstränge. Außerdem lässt sich unser Geschäftsmodell auch auf andere Industriebereiche übertragen.“

Klein, flexibel und schnell

Mit den modular aufgebauten Dienstleistungen hat das Unternehmen ein bisher einzigartiges Geschäftsmodell in der Automobilbranche etabliert. „Wir stellen uns mit jedem Projekt auf unsere Kunden ein“, betont Klaus Wilcke. „Zu jedem Modul nehmen wir zwei bis drei weitere Dienstleistungen hinzu und sind der verlängerte Arm der Automobilzulieferer, und das auch auf internationaler Ebene. Wir können nur dann im Wettbewerb bestehen, wenn wir unsere Kunden in neue Märkte begleiten. Als mittelständisches Unternehmen sind wir klein, flexibel und schnell in der Umsetzung. Mit diesem Erfolgsrezept wollen wir weiter wachsen.“

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